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Lernen, wie die Community funktioniert

Fellowship Programm 'START - Create Cultural Change' at ALTE MU

Die Alte Mu ist ein Ort, an dem junge Kreative unterstützt werden, ihre Ideen umzusetzen. Einer von diesen kreativen Köpfen ist Greg Haji Joannides aus Griechenland, er ist über das Stipendienprogramm „START – Create Cultural Change“ zur Alten Mu gekommen. Für sechs Wochen hospitiert er hier und beschäftigt sich vor allem mit dem Thema Community.

Greg lebt auf der griechischen Insel Nisyros und ist dort Visual Artist. Beim START Programm hat er sich beworben, um seine Idee für ein gemeinschaftlich umgesetztes Recyclingprojekt auf der Insel weiterzuentwickeln. Denn auf Nisyros gäbe es kein Leitungswasser, erzählt Greg. Alles komme in Plastikflaschen auf die Inseln und der entstehende Müll stelle ein großes Problem dar. Doch Greg hat eine Idee: warum nicht etwas Kreatives aus dem Müll machen? In Workshops und Kulturevents möchte er die Bewohner der Insel zum Mitmachen animieren. Doch wie bringt man die Menschen zusammen und kreiert eine neue Form des Recyclings auf der Insel? Mit diesen Fragen im Gepäck bewarb er sich bei START und konnte aus den teilnehmenden Gastinstitutionen seine Favoriten wählen, die am besten zu seinem Projekt passen. Seine erste Wahl war die Alte Mu.

Austausch setzt neue Impulse

Die Alte Mu ist eine von 30 deutschen Kultureinrichtungen, die im Programm „START – Create Cultural Change“ griechischen Stipendiat*innen die Chance bieten, sich im internationalen Kulturmanagement zu qualifizieren. „Wir machen bei dem START Programm mit, weil es perfekt zum Konzept von C-20 passt“, so Marius Wittmann, Koordinator des C-20 Institut für transformative Utopien. „C-20 soll Raum geben zur Weiter-(Entwicklung) eigener Projektideen und, wenn passend, mit den Zukunftsperspektiven der Alten Mu koppeln.“ Zum einen kann durch das START Programm ein Projekt weiterentwickeln werden, zum anderen setzt der kulturelle Austausch neue Impulse. „Mit seinem Projekt Nisyrio verfolgt Greg einen interdisziplinären Anspruch, der genau zu den Kompetenzen der Alten Mu passt. Es wäre echt super, wenn die Projekte sich gegenseitig befruchten und voneinander profitieren“, so Marius.

Die Community hier funktioniert

Das Interessante an der Alten Mu sei für Greg die Arbeit mit der Gemeinschaft gewesen. Und seine Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden. Schon in seiner ersten Woche in Kiel lernte er viele der Projekte in der Alten Mu kennen und ist sichtlich begeistert. Die Community und auch die Kreativität an diesem Ort sei sehr beeindruckend, so Greg. Das Konzept funktioniere. In den nächsten Wochen möchte Greg auch hier vor Ort ein kleines Projekt umsetzen. Geplant ist ein Kunstevent am 31. Oktober im Alte Mu Container, bei dem ein 3D-Drucker zu den Klangwellen eines traditionellen Songs seiner Heimatinsel Nisyros eine alte griechische Vase produziert. Zudem wird am 1. November ab 21 Uhr im Turm der Alten Mu die Installation mit Musik vorgeführt.

Danach bewirbt sich Greg auf die zweite Phase des START-Programms, bei dem es darum geht, mit der Umsetzung vor Ort auf Nisyros zu starten. Unterstützung erhalten die Teilnehmer dann in Form von Schulungen und einer Finanzierungshilfe.

Weitere Infos:

START ist ein Programm der Robert Bosch Stiftung, das in Kooperation mit dem Goethe-Institut Thessaloniki und der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. durchgeführt wird, unterstützt von der John S. Latsis Public Benefit Foundation und der Bodossaki Foundation.

Weitere Informationen gibt es unter www.startgreece.net

Freiraum für anwendungsorientierte Forschung an der ALTEN MU

C20 vergibt freie Arbeitsplätze für studentische Projekt- und Abschlussarbeiten

Open Call für studentische Projekt- oder Abschlussarbeiten im Rahmen des Projekts C20 — Institut für transformative Utopie am ALTE MU Impuls-Werk.

Der Projektraum C20 — Institut für transformative Utopie ist ein Reallabor für die Zukunft der ALTEN MU und bietet bis zu 14 Arbeitsplätze für studentische Studien- und Projektarbeiten. Der Open Call richtet sich gezielt an Studierende, Absolventen und junge Berufstätige, die sich im Rahmen ihrer Forschung oder Projekte wissenschaftlichen mit den Themen der Entwicklungsplanung der ALTEN MU beschäftigen und / oder im weitesten Sinne im Beriech der Urbanen Transformation zur Nachhaltigkeit kreativ tätig werden wollen.

Für das kommende Wintersemester 2019/2020 sind Studierende und Lehrende jedweder Fachrichtung eingeladen, C20 kostenfrei als Möglichkeit für anwendungsorientierte Forschung und Projektarbeit zu nutzen. Gern darf die Liegenschaft ALTE MU als Spekulationsobjekt für eine nachhaltige Zukunft in Seminaren oder Qualifikationsarbeiten behandelt werden

Wer nutzt eigentlich C20 für was aktuell?

Kleine Vorstellungsrunde

XR – „Die Kieler XR-Ortsgruppe nutzt C20 für ihre wöchentlichen Plena, bei denen neue Mitglieder immer willkommen sind. Gemeinsam planen sie Aktionen gewaltfreien, zivilen Ungehorsams über die Stadtgrenzen hinaus um auf den drohenden Klimakollaps und das massive Artensterben aufmerksam zu machen. Die ALTE MU sehen sie als einen zentralen Ort, an dem sich viele Initiativen verknüpfen, mit denen sie in engem Kontakt sind.“


cradle2cradle – „Zweimal monatlich trifft sich die Kieler c2c-Ortsgruppe um kommende Veranstaltungen, Workshops und Vorträge zum Thema umfassender Kreislaufwirtschaft zu organisieren. Die ALTE MU stellt für sie das Zentrum für Nachhaltigkeit in Kiel dar, an dem sie sich mit anderen Initiativen verknüpfen. Zudem beraten sie die verschiedenen hier ansässigen Projekte hinsichtlich des c2c-Prinzips. So kämen für sie 'echte Synergien zustande, die dann auch ein Ergebnis haben. Das schafft schon einen enormen Mehrwert'.“

Eröffnungs- & Netzwerkevent

Round-Up

Zu der Eröffnungs- und Netzwerkveranstaltung am 22. und 23.02.2019 waren zahlreiche Gäste von Nah und Fern gekommen, um sich einen ersten Eindruck vom frisch gebackenem Forschungs- und Kooperationsraum C20 zu machen. Die bunte Mischung an Menschen, Projekten und Expertisen war uns eine ganz besondere Freude und hat Lust gemacht auf mehr.

Nach einer Begehung des Geländes der ALTEN MU begann der Abend im Raum C20 mit einer Einführung von Florian Michaelis und Friederike Kopp zur Arbeitsweise des Planungsbüros für Urbane Transformation GmbH und den aktuellen Plänen zur Entwicklung der ALTEN MU. Anschließend präsentierten sie das Konzept vom Forschungs- und Kooperationsraum C20 als Institut für transformative Utopien und Reallabor transdisziplinärer Forschung und Entwicklung. Das in den Startlöchern stehende Reallabor will künftig Raum geben für Ideen und Visionen von Studierenden, Forschenden und Andersmachenden, und diese mit der Entwicklung der ALTEN MU koppeln.

Irgendwo fängt Zukunft an. Nach einem kleinen Aperitif gab uns Pepe Lange Gelegenheit in die Vergangenheit des C20-Raums zu reisen und ließ uns an seinen Erinnerungen teilhaben. Als Keimzelle von MUTABOR hat der Raum, in dem künftig transdisziplinäre Forschung stattfinden wird, bereits eine erfolgversprechende Historie kreativer Arbeit. Und wir erinnern uns an Pepes Vergleich vom Potenzial der ALTEN MU als ‘rosa Elefant’. Sehr gut!

Welches Potenzial bzw. welche Möglichkeiten C20 für Nutzende bieten kann, verdeutlichten Mattea, Hanna und Marius anhand der Themen ihrer Abschlussarbeiten. Die ersten C20-Fellows zeigten, mit forschenden Aktivismus und unterschiedlichen Herangehensweisen, das Spektrum an Möglichkeiten für Studierende, sich im Rahmen des C20s der eigenen Forschung zu widmen und am Beispiel der ALTEN MU praxisnahe und relevante Abschlussarbeiten zu konzipieren. Mehr davon!

Angekommen in der Gegenwart gewahr uns Helga Kühnhenrich Einblicke in die Forschungsinitiative ZukunftBau des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Eindrücklich wurden Forschungsperspektiven dargestellt, die vor allem im Bereich des gemeinschaftlichen Wohnens und der nachhaltigen Architektur für die ALTE MU Relevanz haben dürften. Eine Antragsforschung gemeinsam mit Kooperationspartnern auf den Weg zu bringen ist ein Ideal für C20.

Von der Forschung zum Aktionismus zurück: Marcis und Kaspars von FreeRiga präsentierten, wie sie in Riga leerstehende Gebäude durch kreative Zwischennutzungsformate zugänglich machen und damit ein Kreativquartier ganz eigener Art auf die Beine stellen. Im Sommer wird in Riga ein Gathering stattfinden names STUN, zu dem auch das Planungsbüro für Urbane Transformation einen Beitrag leisten wird.

Ein etwas anderen Zugang zu Freiflächenpotenzialen und noch vielem mehr stellten Chiara und Anke mit dem Projekt CityScan vor. Das Team befasst sich mit offenen Daten von Stadtverwaltungen und den Visualisierungsmöglichkeiten, die darin verborgen liegen. Dabei geht es nicht nur um ansehnliche Karten, sondern gleichwohl auch um niederschwellige Zugänge zu Daten und das Potenzial ihrer Nutzbarmachung für die Stadtentwicklung.

Mit Sören und Di hatten wir Gäste zu Besuch, über die wir uns sehr gefreut haben. Sören und Di leben und arbeiten in Christiania (Kopenhagen, DK). Er als Architekt (House Arkitekter) und sie als Mediatorin / Konfliktmanagerin, und beide konnten berichten, welche Hürden ein subversives Projekt nehmen muss, wenn es über lange Zeit besteht wie Christiania. In Erinnerung blieben uns vor allem die VolksAktie zur Entwicklung und Kauf der Fläche auf der Christiania noch heute existiert, und das Bild der Organisation als Regenschirm, der von vielen Vertrauenspersonen gehalten werden muss, damit die Lage stabil bleibt.


Es war viel Input für einen ersten Kennenlernabend, der dann noch seinen Abschluss in einer freien Performance fand. Dirk Mirow, Kanzler der Muthesius Kunsthochschule, rundete mit einer spontanen und witzigen, aber nicht minder wichtigen Intervention zu Fridays For Future den Abend ab. Am Besten gefiel uns seine Trump-Imitation mittels rudimentären Besen - perfekt! Und die Message bleibt: Zukunftsfähigkeit ist etwas, das uns alle angeht und durch uns heute gestaltet werden will.

Wir freuen uns drauf, und ganz besonders auf die nun anlaufende Pionierphase von C20. Für weitere Fragen und Anregungen, oder Kooperationsinteressen nehmt gern Kontakt mit uns auf.

Eröffnungs- und Netzwerkevent

21. & 22. Februar 2019

Wir suchen Multiplikator*innen für das Reallabor in der ALTEN MU, Kooperationsmöglichkeiten für Austausch und Finanzierung eines (gemeinsamen) Residency-Programms.
Deshalb veranstalten wir das zweitägige Event mit ausreichend Zeit zum Kennenlernen, Austausch und kreativem Arbeiten. 

Wir bitten um Anmeldung per Mail bis zum 14. Februar 2019 per Mail an:  mail[at]c-20.de 


Programm

Donnerstag 21. Februar 2019

17:00 Uhr

  • Begrüßung / Rundgang über das Gelände der ALTEN MU mit Einblick in diverse Projekte
  • kurze Präsentation / MUTUR99 – wie alles begann und was für die Zukunft geplant wird

19:00 Uhr

  • Input von Helga Kühnhenrich (Bundesinstitut für Stadt- und Raumforschung; Forschungsinitiative Zukunft Bau)
  • Institut C20 Konzept, erste Beispiele aus der Praxis von Studierenden und ihren Herangehensweisen
  • networking dinner und offene Diskussion für künftige Projekte

Freitag 22. Februar 2019

10:00 Uhr 

  • Kreativfrühstück mit Aktiven der ALTEN MU
    Das Frühstück ist zugleich ein kreativer Workshop. Das Motto: Wir die Brötchen, ihr den Belag! Im wörtlichen, wie im übertragenen Sinne. Gemeinsam wird an einem Thema zur Entwicklung der ALTEN MU im Sinne einer urbanen Transformation gearbeitet.

12:00 Uhr

  • gemeinsame Abschlussrunde und Verabschiedung

Info

Wir bieten Reisekostenerstattung und Übernachtungskosten für bis zu 200,- Euro pro Person für insgesamt zehn Personen an. Bitte kontaktieren Sie uns, wenn wir Ihre Reise zu uns unterstützen können.

Die Veranstaltung wird unterstützt aus Mitteln der Landeshauptstadt Kiel.